BP
  • Erweiterung der räumlichen Energieplanung um die Themen Elektrizität und Mobilität.
  • Betrachtungshorizont: 2035
  • Planungshorizont und Aktualisierungsrhythmus: 12-15 Jahre


Bei der Planung und Projektierung von Bauvorhaben muss für die Erteilung der Baubewilligung die Einhal-tung der Energiegesetzgebung nachgewiesen werden (Energienachweise). Für die Anforderungen der Energiegesetzgebung im Baubereich werden durch die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) Mustervorschriften (MuKen) erarbeitet. Diese repräsentieren den gemeinsamen Nenner der Kantone. Die aktuell geltenden Mustervorschriften stammen aus dem Jahr 2015 und stehen im Lichte der Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes (Konferenz Kantonaler Energiedirektoren EnDK, 2016). Sie stützen sich auf Normen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA. Für den Nachweis einer rechtskon-former Bauweise gibt die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren EnDK eine Reihe von Hilfsmitteln und Berechnungshilfen heraus (Konferenz Kantonaler Energiedirektoren EnDK, 2016). Der Schweizerische In-genieur und Architektenverein SIA betreibt zudem die Webseite www.energytools.ch, welche Tools, Hilfsmit-tel und Software zur rationellen und nachhaltigen Energienutzung im Gebäudebereich bereitstellt. Neben den rechtlichen Anforderungen gibt es Standards privatwirtschaftlicher Organisationen wie z.B.Minergie®, welche mit Zertifikaten belegt werden.

In der Planungs- und die Projektierungsphase von Bauvorhaben stellt sich die Frage, wie ein Gebäude oder eine ganze Arealbebauung konzipiert und konstruiert werden muss, um einen bestimmten Energieverbrauchswert zu erreichen. Hilfsmittel, welche für diese Fragestellungen herangezogen werden, müssen spezifische Aufgaben lösen können: Es sind Tools, welche z.B. auf Bauteilkataloge und Bauteil-Verbrauchswerte, auf Wärmebrücken-Checklisten und passive Sonneneinstrahlungswerte zurückgreifen und Variantenvergleiche zwischen verschiedenen Entwürfen zur Projektoptimierung ermöglichen. Sie sind nicht zwingend für die Optimierung des Betriebs eines Gebäudes geeignet. Die Anwendung dieser spezialisierten Hilfsmittel ist den Bau-, Planungs- und Energiefachleuten vorbehalten. Sie werden im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter behandelt, ein Hilfsmittel soll jedoch nicht unerwähnt bleiben: Merkblatt SIA-Effizienzpfad Energie (SIA 2040), welches aus dem Absenkpfad der 2000-Watt-Gesellschaft Zielwerte für den nicht erneuerbaren Primärenergiebedarf und die Treibhausgasemissionen von Gebäuden ableitet und neben der Betriebsenergie auch die graue Energie und die standortabhängige Mobilität mit einbezieht.