EM
  • Betrieb, Monitoring und Controlling des Energie und Ressourcenverbrauchs einer Liegenschaft/Areals oder eines Immobilienportfolios.
  • Betrachtungshorizont: 2035
  • Aktualisierungsrhythmus: kontinuierliche Datenerfassung


(Hubbuch & Jäschke Brülhart, 2014) definieren Energie-Management wie folgt: „Energie-Manage­ment ist die Planung und Umsetzung aller erforderlicher Massnahmen, um eine Organisation ausreichend und sicher mit Energie zu versorgen, den möglichst effizienten Umgang mit Energie zu gewährleisten und negative Umweltauswirkungen, die vom Energiebedarf herrühren, zu verringern sowie die Kosten für die Energieversorgung zu reduzieren und diese Kosten anforderungsgerecht zu erfassen und zu verrechnen.“ Diese Definition widerspiegelt deutlich, dass neben der eigentlichen Technik der Datenerfassung und Interpretation auch soziale und kulturelle Aspekte einer Organisation ins Energiemanagement einfliessen. Je nach Ansprüchen einer Organisation wird das Energiemanagement sehr umfassend betrieben und Verbrauchsdaten werden in Echtzeit übermittelt und ausgewertet. Der Rahmen für diese umfassend verstandenen Energie-Managementsysteme wird durch die ISO-Norm 50001 festgelegt. Im Europäischen Raum spielt die ISO-Norm 50001 eine wichtige Rolle, da sie eine wesentliche Grundlage für den Abschluss einer Zielvereinbarung zur CO2-Reduktion darstellt. In der Schweiz werden für den Abschluss einer Zielvereinbarung keine Norm, sondern notwendige Prozesse und Kennwerte vorgegeben. Software, welche den Anforderungen der ISO-Norm 50001 genügt, verfügt über umfassende Möglichkeiten der Berichterstattung, der Dokumenten- und Datenablage, der Integration von Benachrichtigungsmails und Alarmsystemen sowie über betriebswirtschaftliche Funktionalitäten. Nur wenige Städte und Gemeinden haben den Anspruch an ein so umfassendes Energiemanagementsystem.

Bei Energie-Management-Software (EMS) besteht die Möglichkeit, Daten direkt ab Zähler mittels Datenlogger einzuspeisen. Entsprechend muss einerseits eine EMS mit einer grossen Datenmenge umgehen können. Dies setzt wiederum eine datenbankbasierte Lösung voraus. Die automatische Einspeisung der Daten erlaubt es wiederum, zeitlich fein aufgelöste Auswertungen vornehmen zu können oder, falls das EMS mit einer Alarmfunktion gekoppelt ist, unverzüglich zu reagieren. Auch die Kommunikation von lokalen Verantwortlichen mit den zuständigen Personen innerhalb der Verwaltung ist über das EMS möglich. Schnittstellen zu SAP sind im EMS denkbar ebenso wie die Überwachung des Systems mittels mobilen Geräten. Ebenfalls denkbar ist auch die Einbindung eines EMS in den Energieverbund des Energieversorgungsunternehmens und dadurch auch der Rückgriff auf die Speichermöglichkeiten eines Gebäudes bei Netzschwankungen (via Boilertemperatur, Energiespeicherung in Batterien). EMS Systeme werden von spezialisierten Unternehmen angeboten und haben entsprechend Lizenz- und Wartungskosten zur Folge.