Wie halten es die Gemeinden konkret mit ihren eigenen Bauten und Anlagen? Erfassen und kontrollieren sie denjenigen Energieverbrauch, welchen sie unmittelbar beeinflussen können? Die Antwort darauf ist ernüchternd: Jede vierte Gemeinde (28 von 112 antwortenden Gemeinden) verneint diese Frage. Doch die Energiestädte unterschieden sich deutlich von den Nicht-Energiestädten. Bei den Energiestädten ist es ein kleiner Anteil, welcher keine Energie-Kennzahlen erfasst: Nur 2 % geben an, dies nicht zu tun und fast zwei Drittel erfassen sie für Gebäude sowohl aus dem Verwaltungs- als auch aus dem Finanzvermögen. Bei den Nicht-Energiestädten sind es mehr als ein Drittel, welche den Energie verbrauch ihrer Gebäude und Anlagen nicht erfasst. Auch der Anteil derjenigen, welche nur den Verbrauch von Gebäuden aus dem Finanzvermögen erfassen, ist höher als bei den Energiestädten. Die Beschränkung auf Gebäude aus dem Finanzvermögen lässt sich mit wirtschaftlichen Interessen erklären: Die Energiekosten werden den Mietern/Nutzern weiter verrechnet. Unterstützt wird diese These dadurch, dass bei denjenigen, welche nur die Energiedaten von Energiekennzahlen der Gemeinden Gebäuden und Anlagen aus dem Finanzvermögen erfassen, dies nicht bei allen, sondern nur bei aus gewählten Objekten tun. Wenn jedoch die Energie Kennzahlen für beide Arten von Vermögen erfasst werden, geschieht dies zu mehr als 70 % für mehr als 80 % der Gebäude und Anlagen. Hat sich also eine Gemeinde entschieden, eine Energiebuchhaltung für beide Vermögensarten einzuführen, dann macht sie dies in der Regel für alle Gebäude.

Erfassen die Gemeinden den Energieverbrauch ihrer Bauten und Anlagen?
Die zeitlichen Intervalle für die Erfassung der Energieverbräuche sind lang: Für mehr als die Hälfte aller Gebäude und Anlagen wird der Energieverbrauch alljährlich erfasst. Es zeigen sich Unterschiede zwischen dem energieeffizientesten Gebäude und der Mehrheit aller anderen Gebäude: Die Erfassung der Energieverbräuche für die energieeffizientesten Gebäude erfolgt häufiger quartalsweise oder monatlich als bei den restlichen Gebäuden. Keine Rolle spielt nach wie vor die tägliche oder
laufende Erfassung der Daten, so wie dies eine Gebäudeautomation mit sich bringen würde.
Praktisch keinen Unterschied zwischen Energiestädten und NichtEnergiestädten gibt es bei der Art und Weise der Verbrauchsdatenerfassung. Energiestädte sind folglich nicht per se auf eine effizientere Methode der Erfassung der Verbrauchsdaten eingestellt. Dies geschieht in der Mehrheit der Fälle immer noch durch Ablesen der Zählerstände. Die zweithäufigste Methode ist der manuelle Übertrag der Daten von Energierechnungen in ein Auswertungstool. Die automatischen Übertragungsarten spielen eine untergeordnete Rolle. Während die Ablesung der Zählerstände jegliche zeitliche Auflösung erlaubt, gibt es bei den Energierechnungen je nach Energieanbieter grössere Unterschiede: Die Rechnungsstellung erfolgt oft quartalsweise und kann auch AKonto-Rechnungen enthalten. Dies erlaubt keine feinkörnige Analyse der Verbrauchsdaten.






