Bei der Energie und CO<sub>2</sub>-Bilanzierung werden die Energieverbräuche und die Treibhausgas-Emissionen über das gesamte Gemeindegebiet aus gewiesen. Eine verlässliche kommunale Energie und CO<sub>2</sub>-Bilanz ist arbeitsaufwändig und setzt Fachwissen voraus. Es gibt Kantone (z.B. St. Gallen und
Luzern), welche ihren Gemeinden eine Bilanz zur Verfügung stellen.

Verfügen die Gemeinden über eine Energie und CO2-Bilanz über das gesamte Gemeindegebiet?
Die Bilanzierung ist bei den Nicht-Energiestädten nicht verbreitet. Nur 5 von 83 antwortenden Nicht Energiestädten verfügen über eine Bilanzierung. Alle Aussagen zu Nicht-Energiestädten stützen sich deshalb auf eine kleine Anzahl Antworten. Etwas anders sieht die Situation bei den Energiestädten aus: Das Vorliegen einer Bilanz wird im Massnahmenkatalog von Energiestadt positiv bewertet – entsprechend ist die Verbreitung bei den Energiestädten deutlich höher. 24 von 49 antwortenden Energiestädten verfügen über eine Bilanz. Die Hälfte der Gemeinden hat diese Bilanz selbst berechnet oder sie in Auftrag gegeben. Auch Gemeinden, welche über eine durch den Kanton erstellte Bilanz verfügen würden, ist dies nicht bewusst. Aber auch für Energiestädte ist die Publikation und die weitere Verwendung der Resultate nicht selbstverständlich: 60 % der Energiestädte publizieren zwar die Bilanz in irgend einer Form, jedoch nur die Hälfte davon auch in einer der Öffentlichkeit zugänglichen
Art.
Rund 70 % der Energiestädte verwendet die Resultate in weiteren Arbeitsbereichen: 13 davon in einer kommunalen Energieplanung oder in der Tätigkeitsplanung (10 Nennungen). Als Hinderungsgründe für die weitere Verwendung der Resultate werden am häufigsten genannt: «Ergebnisse liegen so vor, dass sie nicht einfach weiter verwendet werden können» und «Ergebnisse können nur schwierig erklärt und vermittelt werden». Dies deutet auf eine konzeptionelle Schwäche der verwendeten Tools hin.
Die Mehrheit der Gemeinden verzichtet auf die Erstellung einer Bilanz. Die häufigsten Gründe für einen Verzicht sind ähnlich wie beim Verzicht auf die Führung einer Energiebuchhaltung: «mangelndes Kosten-Nutzenverhältnis», «zu geringe Wichtigkeit im Vergleich zu anderen Gemeindeaufgaben», «fehlende Wissen über geeignete Hilfsmittel» sowie der «unklare Nutzen einer Bilanzierung». Als weitere Gründe wurden genannt: fehlende finanzielle und personelle Ressourcen, zu kleine Gemeindegrösse, (noch) fehlendes Bewusstsein, unnötiger administrativer Aufwand, «Taten statt Worte» sowie «fehlende zuverlässige Datengrundlage verknüpft mit fehlenden Handlungsfeldern».





