Energiemanagement ist die Planung und Umsetzung aller erforderlicher Massnahmen, um eine Organisation ausreichend und sicher mit Energie zu versorgen, den möglichst effizienten Umgang mit Energie zu gewährleisten und negative Umweltauswirkungen, die vom Energiebedarf herrühren, zu verringern sowie die Kosten für die Energieversorgung zu reduzieren und diese Kosten anforderungsgerecht zu erfassen und zu verrechnen1.
Ein Energiemanagement-Hilfsmittel unterstützt Gemeinden in der Entwicklung, Verabschiedung und Erreichung von energie- und klimapolitischen Zielen, Strategien und Massnahmen in den Bereichen Gebäude, Anlagen und Fahrzeugen. Bei diesem Anwendungszweck gilt es zwischen Energiebuchhaltungstools und Energiemanagementsystemen zu unterschieden. Beide haben zum Ziel, den Energie- und Wasserverbrauch zumindest gebäudescharf zu erfassen, um damit die Erreichung von Zielen überprüfen zu können und Sanierungs- und Unterhaltsmassnahmen festlegen zu können. Beide Kategorien von Hilfsmitteln folgen einem „Plan-Do-Check-Act“-Zyklus um eine kontinuierliche Verbesserung des Energiemanagements zu ermöglichen2. Dennoch unterscheiden sich die beiden Kategorien erheblich in der Ausprägung der Anforderungen an die Hilfsmittel. Die beiden Kategorien werden deshalb getrennt aufgeführt. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Unterschiede der beiden Ansätze. Diese Zusammenstellung zeigt deutlich, dass bei der Einführung eines Energiemanagements der Zeck des Einsatzes geklärt sein muss.
Tab. 1: Vergleich Energiebuchhaltung und Energiemanagementsystem
| Merkmal | Energiebuchhaltung | Energiemanagementsystem |
| Datenerfassung | Manuell, Option csv | automatisch (Datenlogger) |
| Zeitliche Auflösung der Daten | Abrechnungsperiode/jährlich | laufend |
| Anpassungsfähigkeit | begrenzt | gross |
| Skalierbarkeit | begrenzt | gross |
| Auswertungsmöglichkeiten | definiert | vielfältig |
| Automatisiertes Reporting | nein | ja |
| Alarmsysteme | nein | ja |
| Mailfunktionen | nein | ja |
| Web basiert | ja | ja |
| Mobile Devices | nein | ja |
| Schnittstelle zu SAP | nein | ja |
| Lizenz- und Wartungskosten | keine oder geringe | vorhanden |
| Möglichkeit für Datenverbund | nein | ja |
Die Datenerfassung erfolgt in einer Energiebuchhaltung manuell, d.h. sie werden ab Zähler oder Energierechnung eingegeben oder als csv importiert. Beim Energiemanagementsystem (EMS) besteht die Möglichkeit, Daten direkt ab Zähler mittels Datenlogger einzuspeisen. Entsprechend muss einerseits ein EMS mit einer grossen Datenmenge umgehen können. Dies setzt wiederum eine datenbankbasierte Lösung voraus. Die automatische Einspeisung der Daten erlaubt es wiederum, zeitlich fein aufgelöste Auswertungen vornehmen zu können oder, falls das EMS mit einer Alarmfunktion gekoppelt ist, unverzüglich zu reagieren. Auch die Kommunikation von lokalen Verantwortlichen mit den zuständigen Personen innerhalb der Verwaltung ist über das EMS möglich. Schnittstellen zu SAP sind im EMS denkbar ebenso wie die Überwachung des Systems mittels mobilen Geräten. Ebenfalls denkbar ist auch die Einbindung eines EMS in den Energieverbund des Energieversorgungsunternehmens und dadurch auch der Rückgriff auf die Speichermöglichkeiten eines Gebäudes bei Netzschwankungen (via Boilertemperatur, Energiespeicherung in Batterien). EMS Systeme werden von spezialisierten Unternehmen angeboten und haben entsprechend Lizenz- und Wartungskosten zur Folge. Das Standardtool für Energiebuchhaltung hingegen, wird von EnergieSchweiz für Gemeinden kostenlos zur Verfügung gestellt.
